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Lexikon - Industrie 4.0

Lexikon - Industrie 4.0

EINFACH anders

P

Parallelverschiebung der Wirkung von Industrie 4.0

gehört zu: Digital Value

Die Lebenskurve einer Technologie verläuft (nach Foster) auf folgender S-Kurve:
S Kurve
Bildquelle: © Maschinenfabrik Reinhausen - JH

Es wird davon ausgegangen, dass jede Technologie bezüglich ihres Weiterentwicklungspotentials immer an Leistungsgrenzen stößt und folglich nach geraumer Zeit ein Technologiesprung erforderlich wird. Ein Technologiesprung (z.B. ein Umstieg von analoger auf digitale Arbeitsweise) führt aber zu Beginn immer zu einer Verschlechterung. Denn die neue Arbeitsweise muss erst installiert, geschult und trainiert werden. Das kostet Zeit und Ressourcen, die woanders fehlen.

 S KurveNeu

Bildquelle: © Maschinenfabrik Reinhausen - JH

Im Idealfall wird auf der neuen S-Kurve die Einführungsphase zügig durchlaufen, sodass die positiven Effekte zeitnah entstehen und das System in die Reifephase kommt. Im folgendem Schaubild steht die blaue Kurve nur für den Verlauf der technischen Entwicklung:
S KurvenParallelverschiebung
Bildquelle: © Maschinenfabrik Reinhausen - JH

Im Idealfall deckt sich diese blaue Kurve mit den beiden anderen Kurven, die für den Verlauf der organisatorischen und kulturellen Entwicklung stehen. Die Praxis bei INDUSTRIE 4.0 - Projekten zeigt aber fast immer die hier dargestellte Parallelverschiebung. Das Eintreten der Wirkung wird dadurch um den Zeitraum (delta t) verzögert. Je besser die digitale Kompetenz der Mitarbeiter ausgeprägt ist, umso kleiner ist diese Parallelverschiebung. In schwierigen Fällen kann sich das bis weit über 2 Jahre hinziehen. Hier kann das Hinzuziehen eines externen Experten für Change Management helfen den Vorgang zu beschleunigen.
Folgender Vortrag des Autors erklärt diesen Sachverhalt: Kompetenz 4.0 – Vom Homo sapiens zum Homo digitalis

 

Plattform as a Service

gehört zu: Internet der Dienste

Als Plattform as a Service (PaaS) bezeichnet man eine Dienstleistung, die in der Cloud eine Programmier-Plattform für Entwickler von Webanwendungen zur Verfügung stellt.

Nicht zu verwechseln mit: Software as a Service (SaaS)
Als SaaS bezeichnet man eine Dienstleistung, die in der Cloud eine sofort nutzbare Softwarelösung für Endanwender als Webanwendungen zur Verfügung stellt.

Das bedeutet, der Anwender kauft und installiert die benötige Programmiersprache nicht, sondern nutzt die Software nur bei Bedarf über das Internet. Für die Nutzung und den Betrieb zahlt der Servicenehmer ein Nutzungsentgelt. Im Vergleich zu einem traditionellen Lizenzmodell bleiben dem Servicenehmer durch das PaaS- bzw. SaaS-Modell die Anschaffungs- und Betriebskosten, die  IT-Administration, Wartungsarbeiten und Updates erspart.

Plattform as a Service
 
 
Bildquelle: © Kheng Guan Toh - Adobe Stock

 

Abgrenzung PaaS- von SaaS-Angeboten:

PaaS-Anwendungen sind Entwicklungsumgebungen, sie beinhalten Programmiersprachen und weitere hilfreiche Programmiertools und sind für Software-Entwickler gedacht, um z.B. SaaS-Anwendungen zu entwickeln. Beispiel: Google App Engine

SaaS-Anwendungen sind funktionsfähige Software-Lösungen für bestimmte Aufgaben und besitzen eine graphische Bedienoberfläche. Sie sind in der Regel explizit für Endanwender gemacht. Beispiel: Microsoft Office 365

Plug & Produce

gehört zu: Vernetzung

Plug & Produce“ steht für: einstecken („Plug“) und produzieren („Produce“)

Das Prinzip von „Plug & Play“ ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Als einfaches Beispiel kann die Druckerinstallation dienen. Unter Windows XP, oder früher, war eine Druckerinstallation immer eine spannende Aufgabe. Zu Zeiten von Windows 10 konfiguriert sich nun ein neu angesteckter Drucker vollkommen selbst. Einfach nur einstecken („Plug“) und loslegen („Play“).

Mit „Plug & Produce“ soll dieses Prinzip in die Fabrikhallen übertragen werden, denn dadurch ließen sich CNC-Maschinen und Fertigungsanlagen ebenso einfach in Betrieb nehmen, weil sie sich quasi ebenso selbstständig konfigurieren würden.

Die Wirklichkeit beim Neuanschluss von Fertigungsanlagen erinnert allerdings an die Anfänge der PC-Arbeit. Die Inbetriebnahme einer neuen CNC-Maschine gleicht einem Häuserkampf.

PlugProduce

Bildquelle: ©Atlantis - Fotolia.com & © Maksym Yemelyanov - Adobe Stock & ©JH

Predictive Maintenance

gehört zu: Smart Data und KI

Predictive Maintenance steht für vorausschauende Wartung (von Maschinen, etc.)

Condition Monitoring ist die Voraussetzung für Predictive Maintenance. 

Durch Predictive Maintenance kann die bisher übliche reaktive Instandhaltung (bei Ausfall) und präventive Wartung (z.B. alle 25.000 km) abgelöst werden.
Predictive Maintenance nutzt die per Condition Monitoring erfassten Daten, um die voraussichtliche Entwicklung
des künftigen Maschinenzustandes vorherzusagen sowie um die Planung von Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen zu unterstützen.
Predictive Maintenance verfolgt einen vorausschauenden Ansatz und prognostiziert Ausfälle, bevor es zu Stillständen oder Qualitätsverlusten kommt.
Im Idealfall kann man durch proaktiv eingeleitete Wartungsmaßnahmen das tatsächliche Eintreten der Störung verhindern.
Je größer die Datenbasis (Big Data) ist und je intelligenter und ausgefeilter die Analysealgorithmen (Data-Mining) sind,
desto verlässlicher sind die zu erhaltenden Erkenntnisse.

Beispiel:
Offshore Anlagen, wie z. B. Windparks sind online mit Servicezentralen vernetzt und melden sich automatisch bei außerplanmäßig durchzuführender Wartung.

Condition Monitoring und Predictive Maintenance verfolgen zwei Ziele:
1. Maschinenverfügbarkeit durch Verhinderung von Ausfällen
2. Maschineneffizienz durch maximale Ausnutzung der Verschleißteile

Predictive Maintenance
Bildquelle: ©Andreas Berheide - Fotolia.com & © greenbutterfly - Adobe Stock & ©JH
 
Merke:

Predictive Maintenance ist, wenn man sich kratzt bevor es juckt ;-) Predictive Maintenance macht Big Data zu Smart Data

 

Prokrastination

gehört zu: Data Governance

Prokrastination ist die wissenschaftliche Bezeichnung für „extremes Aufschieben“ von Aufgaben.
Umgangssprachlich wird dieses Verhalten auch als „Bummelei“ oder „Aufschieberitis“ bezeichnet.
Das Aufschieben von Tätigkeiten ist ein Alltagsphänomen und den meisten Menschen bekannt.

Bei Digitalisierungsprojekten führt Prokrastination dazu, dass dringend notwenige Investitionen aufgeschoben werden und damit der Anschluss an die Konkurrenz verloren geht.

Der Psychologie-Professor Tim Pychyl schreibt in seinem Buch:
„Prokrastination ist wie eine Kreditkarte: Sie macht richtig Spaß, bis die Rechnung kommt.“

 Prokrastination

Bildquelle: ©Jakub Jirsák - Fotolia.com

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